Olesja Mouelhi-Ort, Geschäftsführerin bei der Handwerkskammer (HWK) Dortmund
HWK Dortmund
Olesja Mouelhi-Ort, Geschäftsführerin bei der Handwerkskammer (HWK) Dortmund

"Ausbildungsbereitschaft der Betriebe ungebrochen groß"

Sonderumfrage zur Ausbildungssituation / Frauen bei der Nachwuchsgewinnung verstärkt im Fokus der Unternehmen

Die Ausbildung junger Menschen wird in den Handwerksbetrieben der Region weitestgehend „normal“ fortgeführt. Schließlich wollen sie morgen nicht ohne gut qualifizierte Fachkräfte dastehen. Dabei werden Frauen als potentielle Nachwuchskräfte immer stärker umworben. Das geht aus einer Sonderumfrage hervor, die parallel zur Frühjahrs-Konjunktur von der HWK Dortmund durchgeführt wurde.

„Die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen im Kammerbezirk ist ungebrochen groß. Zwei Drittel der befragten Betriebe bilden aus“, sagt HWK-Geschäftsführerin Olesja Mouelhi-Ort. Nur in jedem zehnten Betrieb würden die Ausbildungsaktivitäten wegen Corona ab August verringert – im Gegensatz dazu hätten zehn Prozent der befragten Unternehmen angegeben, ihre Ausbildungsaktivitäten ausbauen zu wollen.

„Das sind gute Nachrichten, die wir so nicht unbedingt erwartet haben. Die Auswirkungen der seit über einem Jahr dauernden Pandemie sind schließlich für viele Betriebe eine große Herausforderung. Und das längst nicht nur in finanzieller Hinsicht.“ Die Umfrage, an der sich 773 Unternehmen beteiligt hätten, zeige über die grundsätzliche Ausbildungsbereitschaft hinaus auf, dass man bei der Nachwuchsfindung weitere Zielgruppen für sich begeistern möchte. Mouelhi-Ort: „Ein Drittel der Befragten gab an, ganz konkret junge Frauen fürs Handwerk gewinnen zu wollen – gerade auch in bislang männerdominierten Berufen. Das ist eine erfreuliche Entwicklung.“

Auf die Frage, wie derzeit potentielle Auszubildende ausgewählt werden, antworteten die befragten Unternehmen:

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Heinz-Werner Krause und Markus Rodegro, Inhaber der Innenausbau Krause & Co. GmbH in Lünen: „Für uns gehört das Thema Ausbildung seit Bestehen unseres Betriebes, also 20 Jahre, zu einem unserer wichtigsten Ziele. Dank unserer Betriebsgröße ist es uns mittlerweile möglich und auch sehr hilfreich, in jedem Ausbildungsjahr zwei neue Auszubildende einzustellen. Immer wieder konnten wir begeistert verfolgen, wie sich einige unserer Azubis nach erfolgreicher Abschlussprüfung weiterentwickelt und später, nach der Meisterprüfung, auch ihre eigenen Betriebe gegründet haben."

Heinz-Werner Krause / Inhaber und Geschäftsführer der Innenausbau Krause & Co. GmbH in Lünen
Privat
Heinz-Werner Krause / Inhaber und Geschäftsführer der Innenausbau Krause & Co. GmbH in Lünen

"Bei der Auswahl unserer Azubis machen wir nach Sichtung der Bewerbungen Gruppentermine, bei denen wir einen Tischlertest durchführen. Nach Auswertung des Tests laden wir einige Bewerber*innen zum Betriebspraktikum ein. Dann entscheiden wir.

Seit Beginn der Corona-Pandemie stehen diese Auswahlkriterien leider nur noch sehr eingeschränkt bis gar nicht zur Verfügung. Zudem haben leider auch keine Schulpraktika mehr stattfinden können, die eine gute Chance bieten, junge Menschen zu begeistern. Sehr auffällig ist der starke Rückgang der eingegangenen Bewerbungen. Hatten wir in den letzten Jahren immer wieder 25 bis 30 pro Jahr, sind es aktuell gerade einmal fünf. Besonders die Gruppe der Schulabgänger ist deutlich kleiner geworden und die Bewerbungen kommen im Moment überwiegend von jungen Leuten, die sich entschieden haben, ihr Studium abzubrechen.

Die Corona-Pandemie hat auch uns in diesem Jahr getroffen, da sich unser Hauptgeschäft im Bereich von Gastronomie-Einrichtungen und Ladenbau bewegt. Ende 2020 gingen unsere Aufträge so stark zurück, dass wir in den ersten zwei Monaten dieses Jahres Kurzarbeit anmelden mussten. Mittlerweile hat sich die Lage aber erheblich gebessert und wir sind wieder in der Lage, alle unsere Mitarbeiter*innen in vollem Umfang zu beschäftigen.

Wir hoffen, dass sich die Lage im Laufe des Jahres so weit stabilisiert, dass viele Abläufe wieder für uns alle etwas einfacher werden und gerade die jungen Menschen wieder eine bessere Chance bekommen, sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren."



Danach befragt, ob man sein jeweiliges Handwerk als typisch männerdominierten Beruf ansehe, gaben die Umfrage-Teilnehmer an (Unterscheidung nach Gewerksgruppen):

Maennerberuf



HWK-Geschäftsführerin Olesja Mouelhi-Ort: „In dieser herausfordernden Zeit der Corona-Pandemie bietet eine Karriere im Handwerk beste Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten für junge Menschen, die auf der Suche nach einem anspruchsvollen und erfüllenden Beruf sind. Handwerk ist stabil und zukunftsstark, gerade auch in Zeiten von Corona. Aktuell sind im Kammerbezirk Dortmund 1044 Lehrstellen noch unbesetzt.“

Zur HWK-Lehrstellenbörse gelangen Sie hier.



Den vollständigen Konjunkturbericht sowie die Sonderumfrage finden Sie hier.

Meryem Efe

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EXAM-Fachberaterin / Ausbildungsberaterin

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Jasmin Strassburger

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