Überbrückung
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Überbrückungshilfe III - Update

Deutliche Verbesserungen und neuer Eigenkapitalzuschuss für besonders betroffene Unternehmen

Die Überbrückungshilfe III wurde zum wiederholten mal deutlich ausgeweitet. Die bisher vorgesehenen unterschiedlichen Zugangswege zur  Überbrückungshilfe III wurden vereinfacht. Unternehmen, die im Rahmen der Corona-Pandemie besonders schwer und über eine sehr lange Zeit von Schließungen betroffen sind, erhalten einen neuen zusätzlichen Eigenkapitalzuschuss der zur regulären Förderung der Überbrückungshilfe III gewährt wird!



Was ist neu?

Alle Unternehmen, die in mindestens drei Monaten seit November 2020 einen Umsatzeinbruch von jeweils mehr als 50 Prozebt erlitten haben, erhalten einen zusätzlichen Eigenkapitalzuschuss. Der Zuschuss wird zusätzlich zur regulären Förderung der Überbrückungshilfe III gewährt. Außerdem wird die Fixkostenerstattung der Überbrückungshilfe III für Unternehmen, die einen Umsatzeinbruch von mehr als 70 Prozent erleiden, auf bis zu 100 Prozent erhöht. Bislang wurden bis zu 90 Prozent der förderfähigen Fixkosten erstattet. Der Eigenkapitalzuschuss ist gestaffelt und steigt an, je länger der Betrieb einen Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent erlitten hat:

  • Gezahlt wird er ab dem 3. Monat des Umsatzeinbruchs und beträgt in diesem Monat 25 Prozent.
  • Im 4 Monat erhöht sich der Zuschlag auf 35 Prozent
  • bei 5 oder mehr Monaten erhöht er sich noch einmal auf 40 Prozent pro Monat. 

Neben dem neuen Eigenkapitalzuschuss wird die Überbrückungshilfe auch insgesamt nochmal verbessert:

  • Die Sonderabschreibungsmöglichkeiten für Saison- und verderbliche Ware für werden auf Hersteller und Großhändler erweitert.
  • Mehr Fixkosten erstattungsfähig: z.B. auch bauliche Modernisierungs-, Renovierungs- oder Umbaumaßnahmen bis zu 20.000 Euro pro Monat zur Umsetzung von Hygienekonzepten (auch rückwirkend bis März 2020); Investitionen in Digitalisierung (z.B. Aufbau eines Onlineshops, Eintrittskosten bei großen Plattformen) einmalig bis zu 20.000 Euro.
  • Für Unternehmen der Veranstaltungs- und Reisewirtschaft wird zusätzlich zur allgemeinen Personalkostenpauschale für jeden Fördermonat eine Anschubhilfe in Höhe von 20 Prozent der Lohnsumme eingeführt, die im entsprechenden Referenzmonat 2019 angefallen wäre. 
  • Die  Veranstaltungs- und Kulturbranche kann zusätzlich Ausfall- und Vorbereitungskosten, die bis zu 12 Monate vor Beginn des geplanten Veranstaltungsdatums angefallen sind, geltend machen.
  • Antragstellern wird in begründeten Härtefällen die Möglichkeit eingeräumt, alternative Vergleichszeiträume zur Ermittlung des Umsatzrückgangs im Jahr 2019 zu wählen.
  • Junge Unternehmen bis zum Gründungsdatum 31. Oktober 2020 sind ab jetzt antragsberechtigt. 
  • Soloselbständige, die Gesellschafter von Personengesellschaften sind mit Einnahmen ausschließlich aus freiberuflichen und gewerblichen Tätigkeiten, können den Antrag auf Neustarthilfe direkt stellen.
  • Unternehmen und Soloselbstständige erhalten ein nachträgliches Wahlrecht zwischen Neustarthilfe und Überbrückungshilfe III zum Zeitpunkt der Schlussabrechnung. 

Aktuelle Corona-Zuschüsse im Überblick
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Wer kann die Überbrückungshilfe beantragen?

Unternehmen, Soloselbständige, und Freiberufler bis zu einem Jahresumsatz von 750 Millionen Euro im Jahr 2020 sowie gemeinnützige Unternehmen und Organisationen aus allen Branchen.

Voraussetzung sind Corona-bedingte Umsatzeinbrüche von mindestens 30 Prozent in jedem Monat, für den der Fixkostenzuschuss beantragt wird. Maßgeblich für den Vergleich ist der Referenzmonat im Jahr 2019. Für Unternehmen, die zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 30. April 2020 gegründet wurden, gelten besondere Vorschriften. Unternehmen, die November- und/ oder Dezemberhilfe erhalten, sind für diese Monate nicht antragsberechtigt.



Was und wie wird gefördert?

Mit der Überbrückungshilfe werden betriebliche Fixkosten bezuschusst. Der maximale Förderbetrag wurde auf 1,5 Millionen Euro (weitere Erhöhung auf 3 Millionen Euro für Verbundunternehmen in Vorbereitung) angehoben. Die beihilferechtlichen Grenzen, die derzeit bei 12 Millionen Euro (für alle staatlichen Förderprogramme wie z.B. KfW-Schnellkredit, Soforthilfe, November-/ Dezemberhilfe) liegen, sind zu beachten. Dabei haben Unternehmen, die weniger als 2 Millionen Euro beantragen ein Wahlrecht zwischen Bezuschussung nach Bundesregelung Fixkosten und der Bundesregelung Kleinbeihilfen. Weitere Infos dazu finden sie  hier.

Erstattet werden:

bis zu 90 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei mehr als 70 Prozent Umsatzeinbruch (zukünftig 100 Prozent)
bis zu 60 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei 50 Prozent bis 70 Prozent Umsatzeinbruch
bis zu 40 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei mindestens 30 Prozent Umsatzeinbruch
(Umsatzeinbruch jeweils im Vergleich zum Vergleichsmonat des Jahres 2019). Junge Unternehmen können andere Umsatzzahlen heranziehen 

Leistungen aus der Überbrückungshilfe II für November und Dezember 2020 werden angerechnet. Unternehmen, die November-/Dezemberhilfe erhalten, können aber für die Monate November und Dezember 2020 keine Anträge auf Überbrückungshilfe III stellen.



Abschlagszahlungen

Antragsberechtigte, die den Antrag über einen prüfenden Dritten stellen, erhalten eine Abschlagszahlung i.H.v. 50 Prozent der beantragten Förderung (maximal 100.000 Euro pro Monat bzw. insgesamt bis zu 800.000 Euro). Um das Verfahren möglichst unbürokratisch und einfach auszugestalten, gibt es einen erweiterten  Musterkatalog Fixkosten welchen sie u. a. auf der Seite des ZDH finden können. Für den verderbliche Ware und für Saisonware der Wintersaison 2020/2021 gibt es eine Sonderregelung zur Abschreibung für Einzelhändler geben. 



Neustarthilfe für Soloselbständige

Zur Überbrückungshilfe III gehört auch die sogenannte „Neustarthilfe für Soloselbständige“. Mit der Neustarthilfe werden Soloselbständige und kleine Kapitalgesellschaften, die durch die Corona-Pandemie erhebliche finanzielle Einbußen erleiden, unterstützt. Sie erhalten einen Vorschuss von bis zu 7. 500 Euro (bzw. bis zu 30.000 Euro als Mehr-Personen-Kapitalgesellschaft) für den Zeitraum Januar bis Juni 2021. Die Neustarthilfe wird zusätzlich zu anderen Leistungen, wie z.B. der Grundsicherung, ausgezahlt und auch nicht auf diese angerechnet. 

Die einmalige Betriebskostenpauschale steht – wie die Überbrückungshilfen insgesamt –Soloselbständigen zu, die ihr Einkommen im Referenzzeitraum zu mindestens 51 Prozent aus ihrer selbständigen Tätigkeit erzielt haben. Die Betriebskostenpauschale wird wie die anderen Zuwendungen aus der Überbrückungshilfe als steuerbarer Zuschuss gewährt. 

Die volle Betriebskostenpauschale wird gewährt, wenn der Umsatz während der sechsmonatigen Laufzeit Januar 2021 bis Juni 2021 im Vergleich zu einem sechsmonatigen Referenzumsatz 2019 um 60 Prozent oder mehr zurückgegangen ist. Diese beträgt einmalig 50 Prozent des sechsmonatigen Referenzumsatzes, maximal aber 7.500 Euro.

Alle Informationen zur verbesserten und erweiterten Neustarthilfe finden sie  hier.

Antragsstellung

Nach Anpassung des Programms kann die Antragstellung über die bekannte  Antragsplattform www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de auf Überbrückungshilfe gestellt werden. Die  Antragstellung erfolgt für Kapiatlgesellschaften über einen „prüfenden Dritten“ (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigter Buchprüfer, Rechtsanwalt), der das beantragende Unternehmen meist schon gut kennt. Die Antragskosten werden bezuschusst. 

Wie oben erwähnt können Soloselbständige mit dem Direktantrag im eigenen Namen (ohne prüfenden Dritten) die Neustarthilfe (bis 7.500 Euro), sofern sie keinen Antrag auf Überbrückungshilfe III gestellt haben, beantragen. Hier geht es zum  ELSTER-Login.

Leitfaden Beantragung Überbrückungshilfe



Erläuterungen und wesentliche Fragen zur Handhabung der dritten Förderphase des Bundesprogramms „Corona-Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen“ finden sie in den 

 FAQ zur „Corona-Überbrückungshilfe III



Eine Übersicht aller Corona-Wirtschaftshilfen finden sie ebenfalls auf der

  Übersichtsseitedes MWIDE NRW.